Kein Licht am Ende des Tunnels

10.07.2013

Nein, das hier ist kein Bahn-Blog, aber der Bahnsinn nimmt einfach kein Ende. Am vergangenen Wochenende hatte ich wieder das Vergnügen, und da mein persönliches Anger Management nicht darin besteht, “I feel pretty” anzustimmen, sondern die wuterzeugenden Vorkommnisse zu verschriftlichen und im Idealfall sogar beim richtigen Adressaten zu platzieren, war ich auch im Zug schon dabei, einen neuen Brief an die Bahn zu schreiben. Hab ihn dann allerdings nicht auf die Facebook-Pinnwand gepostet, bringt ja nichts. Vielleicht sammle ich das einfach und bring dann ein Buch raus. Fahrpläne aus der Hölle™ oder so. Wird dann eine Kooperation mit Herrn Bredl.

Hey Bahn! Schöne Grüße aus dem ICE 613 nach Tübingen! Hier, erinnerst Du Dich? Lustige Geschichte: Wir sind in Düsseldorf schon mit > 5 Minuten Verspätung gestartet. Natürlich ohne den Zugteil, in dem ich reserviert habe, das versteht sich jawohl von selbst. Deine Bistro-Boys haben mir die Freude darüber offenbar angesehen, sonst hätten Sie mir wohl nicht direkt gut zugeredet und mir gleichzeitig geflüstert, dass der fehlende Zugteil doch noch angehängt wird. Heute ausnahmsweise mal in Köln statt in Dortmund. Pro-Tipp: Sag das doch beim nächsten Mal vielleicht einfach direkt am Gleis an, das spart allen Beteiligten wertvolle Ressourcen.

Aber Du wärst nicht die Bahn, wenn das schon alles gewesen wäre! Das Koppeln der beiden Zugteile in Köln hat so lange gedauert, dass die Verspätung auf > 10 Minuten angewachsen ist. Gepaart mit der Tatsache, dass sich der Wagen mit meinem Platz aufgrund der spontan geänderten Wagenreihung nun am hinteren Ende des Zuges befindet und ich – wie wir inzwischen wissen – im Kopfbahnhof Stuttgart nur 8 Minuten zum Umsteigen habe, schließe ich aus, dass ich dort meinen geplanten Anschluss um 20:16 erreiche. Auch weil sich unsere Weiterfahrt in Siegburg/Bonn „aufgrund einer Überholung“ noch „um wenige Minuten“ verzögert hat.

Eben rasten wir mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit durch die Landschaft, vermutlich, damit Du die inzwischen 20 Minuten Verspätung irgendwie noch auf die 10 Minuten drücken kannst, die Du inzwischen auf Deiner Internetseite optimistisch zur planmäßigen Ankunftszeit in Stuttgart addiert hast. Die Reduktion auf nur noch +15 Minuten in Frankfurt (M) Flughafen Fernbahnhof hast Du jedenfalls schonmal verpasst, genauso wie die +10 Minuten in Mannheim.

Ob ich in Stuttgart wenigstens den RE 22057 um 20:22 noch bekomme? Oder werde ich heute erstmalig Bekanntschaft mit der Stuttgarter S-Bahn machen und mir bei der Gelegenheit den S-Bahnhof Herrenberg ansehen können, weil die nächste direkte Verbindung erst um 21:22 geht? Und: werde ich wohl jemals im überholenden Zug sitzen und nicht im wartenden? Wetten werden angenommen, es bleibt spannend.

Anmerkung der Revaktion: Den RE 22057 hab ich noch bekommen, der hatte nämlich auch Verspätung, und zwar wegen der sagenumwobenen „Schwierigkeiten im Betriebsablauf“. Insgesamt hatte ich dann knapp über 40 Minuten Verspätung, aber keine außerplanmäßigen Umstiege.

Auf der Rückfahrt wurde ich nochmal kurz nervös, als der Ingen-Express außerplanmäßig in Plochingen stoppen musste, weil ein Fahrgast den Notrufschalter mit der Toilettenspülung verwechselt hat. „Shit happens“ war wohl nie treffender anzubringen. Alles nicht so schlimm, der ICE 514 ab Stuttgart hatte sowieso schon > 5 Minuten Verspätung, dafür aber beide Zugteile am Start! Nur Wagen 37 konnte wegen „technischer Probleme“ nicht mit Fahrgästen besetzt werden, aber das Schicksal meinte es dieses Mal gut mit mir, meine Resrvierung war in Wagen 32. So war ich also auch nur 22 Minuten später als angekündigt in Düsseldorf. Wenn ich das jetzt mit den 40 Minuten von der Hinfahrt addiere, hab ich dann wohl noch Anspruch auf 25% des Fahrpreises?

Ein Kommentar:

  1. 1/08/2013lik™ says:

    REVAKTION!! *o*

    *plumps*

Schreib was: